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Religion im Klassenzimmer

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Schulbücher Religion

In Baden-Württemberg haben Katholiken, Protestanten, Muslime, Juden, Religionslose usw. alle ihr eigenes Schulfach. Insgesamt gibt es neun verschiedene Fächer, aber längst nicht jedes auch an allen Schulen. Die Zahl der Religionslosen steigt zudem immer weiter an. Reformer fordern deshalb nur noch ein Schulfach für alle gemeinsam.

Bewahren oder revolutionieren: Wie kann der Religionsunterricht der Zukunft aussehen? Eine Spurensuche.

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Religionsunterricht wird im Grundgesetz und der Landesverfassung vorgeschrieben.

An 90 Prozent der Schulen wird der Unterricht nach Religion bzw. Konfession getrennt unterrichtet.

An rund zehn Prozent der allgemeinbildenden Schulen gibt es konfessionell-kooperativen Religionsunterricht. Katholische und evangelische Schüler werden gemeinsam unterrichtet, immer abwechselnd von katholischen und evangelischen Lehrern. Für andere Konfessionen gilt das nicht. 

Rund 70 Prozent aller baden-württembergischen Schüler besuchen einen Religionsunterricht. Die meisten davon den evangelischen oder katholischen Unterricht.

Religionsunterricht wird für acht verschiedene Glaubensrichtungen angeboten.

Als Alternative gibt es Ethikunterricht. Je nach Schulform ab der siebten oder achten Klasse.

Die Landesregierung will den Ethikunterricht in den nächsten Jahren flächendeckend ab der fünften Klasse einführen.










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Norbert Scholl: Lebensgestaltung-Ethik-Religion

Der Theologe und Religionspädagoge Norbert Scholl fordert:
Katholischen Religionsunterricht: abschaffen!
Evangelischen Religionsunterricht: abschaffen!
Islamischen Religionsunterricht: abschaffen!
Alle anderen Religionsunterrichte: abschaffen!
Ethikunterricht: abschaffen!

Die Idee:
Ein verpflichtendes Schulfach für alle Schüler gemeinsam:
"Lebensgestaltung-Ethik-Religion"


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Interview mit Professor Norbert Scholl

Der Theologe und Religionspädagoge fordert ein gemeinsames Schulfach für alle: "Lebensgestaltung-Ethik-Religion". Warum er das gut findet und wie das funktionieren soll, verrät er im Interview.

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Norbert Scholl
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Religionsunterricht am Hölderlin-Gymnasium Stuttgart

Hölderlin-Gymnasium Stuttgart:

eine Schulstunde - drei Klassenzimmer - drei Schulfächer

Katholische Religion
Evangelische Religion
Ethik

Aus drei mach eins? Der Praxistest.

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Stephan Bier und Theresa Thanner im Gespräch

Die beiden Religionslehrer unterrichten am Hölderlin-Gymnasium in Stuttgart. Sie stehen Norbert Scholls Vorschlag kritisch gegenüber.

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Stephan Bier und Theresa Thanner
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Meinungen von angehenden Abiturienten aus Stuttgart

Die Schüler von Stephan Bier und Theresa Thanner haben ganz eigene Ideen, wie der Religionsunterricht in Zukunft aussehen kann.

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Schüler des Hölderlin-Gymnasium Stuttgart
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Hauptabteilung Schule Diözese Rottenburg-Stuttgart

Grundgesetz und Landesverfassung geben den Religionsgemeinschaften ein Mitspracherecht: Religion wird unter Aufsicht des Staates, aber nach den Grundsätzen der jeweiligen Religionsgemeinschaft unterrichtet.
Artikel 7 Grundgesetz
Artikel 18 Landesverfassung Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg besuchen die meisten Schüler katholischen oder evangelischen Religionsunterricht.

Die Kirchen haben dadurch eine tragende Rolle, wenn es um die zukünftige Form des Religionsunterrichtes geht. Die Meinung zu einem neuen Fach "Lebensgestaltung-Ethik-Religion" ist dabei eindeutig.

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Interview mit Ute Augustyniak-Dürr

Als Leiterin der Hauptabteilung Schule der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist sie innerhalb der katholischen Kirche in Württemberg für den Religionsunterricht zuständig. Warum die Kirche ein gemeinsames Fach für alle Schüler ablehnt, erklärt sie im Interview.

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Ute Augustyniak-Dürr
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Landtag von Baden-Württemberg Plenum

Kirchen und Religionsgemeinschaften haben ein  Mitspracherecht bei der Gestaltung des Religionsunterrichts.

Eine endgültige Entscheidung trifft jedoch die Politik.

Für die Abschaffung des bisherigen Religionsunterrichts und die Einführung von "Lebensgestaltung-Ethik-Religion" müsste sogar die Verfassung geändert werden.

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Interview mit Brigitte Lösch (MdL)

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Brigitte Lösch (MdL)
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Frage: Frau Lösch, braucht die Religion im Klassenzimmer Veränderung?

Brigitte Lösch: „Ich glaube, alles braucht Veränderung. Auch die Welt bewegt sich weiter, gesellschaftliche Themen verändern sich, da muss sich auch der Reli-Unterricht verändern. Und ich glaube, es ist wichtig, dass nicht jeder in seiner eigenen Ecke sitzt und vor sich hin schmort, sondern dass man sich öffnet, dass man aufeinander zugeht. Wichtig ist über den Tellerrand zu schauen, also raus aus dem Klassenzimmer zu gehen. Genauso wie ich zur Kirche sage: Pfarrer runter von der Kanzel, rein ins Gemeindeleben, so funktioniert es ja in der Schule auch. Und sich auseinanderzusetzen mit den anderen Weltanschauungen, mit den anderen Religionen, das nützt, glaube ich, sowohl den Schülerinnen und Schülern, wie auch den Lehrern sehr und deshalb sind Veränderungen auch immer notwendig “.

Frage: In der Regel wird in Baden-Württemberg nach Konfession und Religion getrennt unterrichtet. Wie ist die genaue Situation?

Brigitte Lösch: „Wir haben eine kooperative Form vom Reli-Unterricht. Wir haben mit den beiden großen Kirchen, also mit der evangelischen und katholischen verabredet, dass es möglich ist katholischen und evangelischen Reli-Unterricht in konfessionell-kooperativer Form anzubieten und immerhin zehn Prozent der allgemeinbildenden Schulen bieten diesen kooperativen Reli-Unterricht an“.

Frage: Der Theologieprofessor und Religionspädagoge Norbert Scholl fordert ein Schulfach für alle Schüler. Egal welche Religion, egal ob überhaupt religiös oder nicht. Wäre ein solches Schulfach in Baden-Württemberg politisch durchsetzbar?

Brigitte Lösch: „Also ich muss gestehen, ich kenne den Vorschlag von Norbert Scholl nicht. Ich bin eine  Verfechterin vom Reli-Unterricht aber auch vom Fach Ethik. Ich könnte mir vorstellen Religion, Ethik als kooperatives Fach, als Pflichtfach für alle Schülerinnen und Schüler zu haben. Denn die Information über die unterschiedlichen Religionen bekommt man eigentlich nur, wenn man alle Religionen und alle Schülerinnen und Schüler zusammen hat. Ob das politisch durchetzbar ist? Könnte ich mir schon vorstellen, dass das für viele Politikerinnen und Politiker ein interessantes Modell wäre".

Frage: Norbert Scholl sagt: Wenn die Kirchen seinen Vorschlag unterstützen, dann kann die Politik da eigentlich nichts dagegen haben. Wie sehen Sie das?

Brigitte Lösch: „Wenn die Kirchen das wollen würden, dann glaube ich, wäre es um einiges einfacher, dieses Unterrichtsfach zu installieren. Spannend wird es, den Vorschlag mit den Kirchen zu diskutieren, weil jede Kirche hat natürlich ihr Alleinstellungsmerkmal und denkt, ich muss meine reine Lehre auch alleine unterrichten. Ich glaube, es wäre eine gute Idee sich auf diesen Vorschlag einzulassen, denn wir haben immerhin ein Viertel aller Schülerinnen und Schüler, die keiner Konfession mehr angehören. Und mit allen zu sprechen über die Grundwerte der Religionen  – Nächstenliebe, Freiheit – über diese Werte und Normen mit allen Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen, dies ist eine große Herausforderung für die Kirchen".

Frage: Und was ist mit anderen Religionsgemeinschaften?

Brigitte Lösch: „Es wäre vielleicht grundsätzlich spannend, alle Religionen an einen Runden Tisch zu bekommen, um sich ihre Positionen zum Reli-Unterricht anzuhören und natürlich müssen alle Partner mit im Boot sein. Nicht nur die zwei großen Kirchen - evangelisch, katholisch - sondern es geht um alle Religionsunterrichte an den baden-württembergischen Schulen“.

Frage: Es gibt viele Befürworter und viele Gegner einer solchen Veränderung des Religionsunterrichtes. Sie in der Politik treffen letztlich die Entscheidung. Was wollen Sie machen?

Brigitte Lösch: „Politik setzt sich mit allen zusammen und hört zu. Das heißt, ich höre mir jetzt erst mal die Studie vom Herrn Professor Scholl an, rede mit den Kirchen, rede mit den Schülerinnen und Schülern. Dann muss man die Ergebnisse zusammenbinden und schauen, ob es eine Mehrheit gibt und gewichtige Gründe, den Reli-Unterricht weiterzuentwickeln in die Richtung, die Sie angesprochen haben. Ich glaube, es ist gut, wenn man unterschiedliche Foren zum Diskutieren hat, sowohl auf kirchlicher Seite wie auf politischer Seite. Vielleicht machen wir einfach eine parlamentarische Initiative, eine Anhörung oder eine kleine Veranstaltung dazu, um die Menschen ins Gespräch zu bringen. Das ist der erste Schritt und dann schauen wir mal, wie die weiteren Schritte aussehen können“.



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Brigitte Lösch (MdL)
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Lehrer, Eltern und Entscheidungsträger machen sich Gedanken

Wie wird der Religionsunterricht in 20 Jahren aussehen? Welches Szenario ist realistisch? Gedanken von Betroffenen.

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Religionsunterricht in 20 Jahren

Mehr Kooperation zwischen den verschiedenen Fächern?Religionsunterricht überhaupt nicht verändern?
Nur noch ein Fach für alle?

Wie wird der Religionsunterricht in 20 Jahren aussehen?



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Auch die Fernsehsendung "Alpha & Omega" hat sich mit dieser Frage beschäftigt. Brauchen wir das Schulfach Religion überhaupt noch? Und wenn ja, wie kann der Reli-Unterricht der Zukunft aussehen - bewahren oder revolutionieren?
Darüber diskutieren Ute Augustyniak-Dürr, Leiterin der Hauptabteilung Schule in der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Angelika Fromm, ehemalige Religionslehrerin, die sich in der reformorientierten Gruppe „Wir sind Kirche“ engagiert. Außerdem im Studio: Der katholische Religionslehrer Stephan Bier vom Hölderlin-Gymnasium in Stuttgart. Er erzählt aus seinem Berufsalltag.

Weitere "Alpha & Omega"-Sendungen unter
 http://kip-tv.de/ 

Alpha & Omega: Religion im Klassenzimmer - Ein Schulfach mit Zukunft?
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Autor: Patrick Seibert
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